|
Bericht- VDW-Jahreshauptversammlung 2011 in Gifhorn IMPRESSIONEN Die Mühlenstadt Gifhorn, in der südlichen Lüneburger Heide, hatte ideale Voraussetzungen für die Durchführung der VDW-Bundestagung, die am 17.9.2011 veranstaltet wurde. Das Tagungshotel „Deutsches Haus" ist mitten in Gifhorn angesiedelt, so dass jeder Tagungsteilnehmer die Gelegenheit hatte, auch die historische Altstadt zu besuchen. Schon zum attraktiven Vorprogramm am Freitagnachmittag waren ca. 60 Mitglieder angereist. Bei herrlichem Spätsommerwetter wurde das NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde besichtigt. Die Führung erfolgte in zwei Gruppen durch das großzügig angelegte Gelände mit Volieren, Gehegen, Teichen und weiteren Räumlichkeiten. Am Samstagmorgen traf man sich zu einer Tour mit der Schmalspur-Moorbahn durch das Naturschutzgebiet Großes Moor. Vor allem für die süddeutschen Teilnehmer waren die interessanten Erläuterungen zu den weitflächigen Torfabbaugebieten mit ihrer eigentümlichen Flora und Fauna sehr beeindruckend. Parallel dazu fand die Sitzung des VDW-Bundesvorstandes im Tagungslokal statt.
Pünktlich um 14:30 Uhr begrüßte der 1. Vorsitzende des VDW-LV Nord, Herr Wolfgang Dahncke, ca. 90 VDW-Mitglieder zur Jahreshauptversammlung 2011. Der 1. Vorsitzende des VDW, Herr Dr. Christoph Hinkelmann, begrüßte die Teilnehmer und gab einen kurzen Überblick über die momentane Situation in einer Zeit, in der alle Verbände, die sich mit der Vogelhaltung beschäftigen, sich mit sinkenden Mitgliederzahlen und zunehmenden behördlichen Vorschriften auseinanderzusetzen haben. Er sieht den Verband derzeit in einem guten Fahrwasser. Der VDW ist, verglichen mit anderen Verbänden, wie ein Fels in der Brandung. Der Geschäftsführer Herbert Geitner führte in seinem Bericht die Kernthemen nochmals auf, die den VDW 2010/2011 beschäftigten. So konnte zu den diesjährigen Ringlieferungen über den BNA fast nur Positives berichtet werden. Alle geschlossenen und offenen Artenschutzringe waren ab Lager lieferbar. Die Annäherung zwischen dem WVP und dem VDW wurde sehr begrüßt.
Die Änderungen beim Dachverband BNA wurden ebenfalls aufgelistet. Als Nachfolger des BNA-Präsidenten Staatsminister a. D. Bernd Schmidbauer wurde der bisherige Vizepräsident Walter Grau einstimmig gewählt. Mit der Wahl von Dr. Marcellus Bürkle, Kurt Landes und Udo Elster als Vizepräsidenten des BNA ist der nahtlose Übergang in eine neue Ära gesichert. Auch der angestrebte Einheitsring wurde in verschiedenen Treffen eingehend diskutiert. Der VDW-Vorstand hält den Einheitsring für die beste Lösung des momentanen Wirrwarrs der derzeit gesetzlich unklaren Beringung. Der bisherige Johann-Birk-Preis ist vergriffen. Nach Beschluss des VDW-Vorstandes wird dafür zukünftig der Karl-Sabel-Preis vergeben.
Der 1. Kassenwart Fred Frenzel berichtete anschließend von einem zufriedenstellenden Kassenstand. Die Kassenprüfer Paul Dohm und Helga Thösen lobten den Kassenwart für die vorbildliche Führung der Verbandsfinanzen. Sowohl der Kassenwart als auch die gesamte Vorstandschaft wurden für das vergangene Geschäftsjahr von der Versammlung einstimmig entlastet.
Anschließend erhielt der Verein der Waldvogelfreunde Hildesheim und Umgebung den VDW-Naturschutzpreis verliehen. Dr. Hinkelmann hob in seiner Laudatio nochmals die umfangreichen Naturschutztätigkeiten des Vereins hervor. Mit dem erstmals ausgelobten Karl-Sabel-Preis wurde Lothar Seidel ausgezeichnet. Die vielfältigen Verdienste, sowohl für den Fortbestand des VDW-LV Nord, als auch für die Vogelpflege und -zucht prädestinieren den aktiven Vogelliebhaber für diese besondere Anerkennung. Der BNA-Geschäftsführer Lorenz Haut berichtete danach aus der Arbeit des Dachverbandes. Er ging dabei sowohl auf die Veränderungen beim BNA, als auch auf die umfangreichen Tätigkeiten des amtlich anerkannten Naturschutzverbandes ein. Lorenz Haut wies ebenso auf die zunehmende Kritik der verschiedenen Tierschutzorganisationen an Vogelmärkten und nicht mehr angemessenen Ausstellungsformen hin und rief zu verstärkten, gemeinsamen Anstrengungen für den Erhalt von zeitgemäßen Ausstellungen auf. Unter Punkt „Verschiedenes" wurden noch einige Anregungen vorgebracht. Danach konnte der geschäftliche Teil der Jahreshauptversammlung abgeschlossen werden.
Nach einer kleinen Pause berichtete Ingolf Todte (Aken/Elbe) über die Beringungsergebnisse von Blau- und Schwarzkehlchen im Bereich der Vogelwarte Hiddensee. Besonders interessant ist dabei die Aussage über den stark ansteigenden Bestand des Blaukehlchens, das ja in den 70er Jahren vom Aussterben bedroht war. Dr. Gunter Kny (Leinefelde) referierte danach über die Gesunderhaltung und mögliche Krankheiten unserer Vögel. Praxisnah zeigte er die verschiedenen Möglichkeiten zur Vorbeugung als auch nach einer Erkrankung auf.
Ein fernsehreifer Film über die europäischen Spechtarten begeisterte anschließend die Mitglieder. Auch die Nachbewohner der von den Spechten gezimmerten Nisthöhlen fehlten bei dem von Herrn Heinz-Waldemar Senge (Giesen) professionell gefertigten Film nicht. Den Abschluss der anregenden Referate und Bilder bildete Karl-Wilhelm Kirsch (Lüneburg). Eindrucksvoll belegte er seine Hypothese: Warum stirbt die Heidelerche aus ? Dr. Christoph Hinkelmann bedankte sich bei allen Referenten und vor allem beim LV Nord für die vorbildliche Durchführung der Tagung. Ein besonderer Dank gilt hierbei dem Hauptorganisator, Herrn Gerhard Schernikau (Gifhorn). Herr Dr. Hinkelmann versäumte auch nicht, dem ältesten Tagungsteilnehmer und heute noch aktiven Vogelzüchter, Herr Siegfried Kirschke (Wilhelmshaven), für seine Buchgeschenke an den VDW zu danken und ihm weiterhin viel Kraft, Erfolg und Freude im Kreise der VDW-Mitglieder zu wünschen.
Mit einem gut sortierten Abendbuffet und noch bis in die späte Nacht anhaltenden Gesprächen endete die VDW-Bundestagung 2011. Am nächsten Tag fanden sich noch zahlreiche Teilnehmer ein, um das auf der Welt einzigartige Wind- und Wassermühlenmuseum zu besuchen. Die meisten Teilnehmer waren zum ersten mal in dieser Museumsanlage und waren begeistert. Viele nahmen auch die Gelegenheit wahr, ein original gebackenes Holzofenbrot zu erwerben. Auf jeden Fall verging die Zeit viel zu schnell, so dass einige Teilnehmer einen erneuten Besuch in der Zukunft einplanten. Die harmonische, vielseitige und inhaltsreiche VDW-Jahreshauptversammlung in Gifhorn wird sicher jedem Teilnehmer in bleibender Erinnerung sein. Herbert Geitner
Ringbestellformulare
Thomas Wendt |