Impressum
Verband Deutscher Waldvogelpfleger und Vogelschützer e.V.
Präsident: Dr. Christoph Hinkelmann, Eisenbahnweg 5a, 21337 Lüneburg
  Tel & Fax: 04131- 408580
  Email: garrulax (at) arcor.de
Geschäftsführer: Herbert Geitner, Monestr.25, 76669 Bad-Schönborn
Tel.: 07253- 7433
  Email: h.geitner (at) web.de

VDW- Jahreshauptversammlung 2017 in Gifhorn
In der idyllischen Mühlenstadt Gifhorn wurde die VDW- Jahreshauptversammlung vom VDW- Landesverband Nord, am 8. - 10. September 2017, ausgerichtet. Die Tagungsteilnehmer aus Süddeutschland waren mit einem Bus angereist und brachten zum Vorprogramm am Freitag sonniges Wetter mit. Nach dem einchecken im Hotel und einer kurzen Stärkung war die Abfahrt zu einer Führung im Otterzentrum Hankensbüttel eingeplant. Inzwischen hatte sich der Himmel stark eingetrübt und es regnete in Strömen. Die Hoffnung, dass es nach der halbstündigen Busfahrt wieder trockener wird, erfüllte sich nicht. Doch die Reiseteilnehmer ließen sich nicht entmutigen und schlossen sich alle, mit Regenschirmen ausgerüstet, der vorgesehenen Führung an. Die in 2 Gruppen eingeteilten Naturfreunde erfuhren bei dem etwa 120 minütigen Rundgang  spezifische Hintergrundinformationen zu den heimischen Marderarten und erlebten die Tiere auch in ihren naturnah nachgebauten Lebensräumen, Sie erfuhren dabei, dass die Aktion Fischotterschutz die weltweit größte selbstständige Otterschutz-Organisation ist und alle Eintrittsgelder einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Forschungs-, Naturschutz- und Bildungsprojekte  der Aktion Fischotterschutz leisten und in den Unterhalt des Otterzentrums fließen. Die Teilnehmer wollten, trotz der widrigen Wetterumstände, die informationsreiche Exkursion in die eigenartige Welt der seltenen Mardertiere nicht missen.
Eingang zum Otterzentrum   Foto:Wikipedia
Beim gemeinsamen Abendbuffet im Tagungshotel gab es dann auch, bis in die späten Nachtstunden, viel zu erzählen.   Zu der Heidefahrt mit Planwagen, am Samstagmorgen, strahlte auch wieder die Sonne vom Himmel. Die Teilnehmer erlebten so die eindrucksvolle Landschaft der Südheide in bestens aufgelockerter Atmosphäre.   Die Sitzung des Bundesvorstandes fand parallel dazu statt.
(1) Foto: H.Giraud (2) Foto: H.Giraud
Nach dem gemeinsamen Mittagessen eröffnete der Vorsitzende des Landesverbandes Nord, Herr Tilo Schlegel (1) , den offiziellen Teil der Jahreshauptversammlung und begrüßte die teils von weit her angereisten Mitglieder und Gäste.  
Der VDW- Präsident Dr. Christoph Hinkelmann (2) hieß alle Teilnehmer der Bundestagung herzlich willkommen und gab einen kurzen Überblick aus dem vergangenen VDW Geschäftsjahr.
Beim detaillierten Jahresrückblick des Geschäftsführers streifte Herbert Geitner (3) die besonders relevanten Themen des zurückliegenden Verbandsjahres. Die Fülle der Probleme und Aufgaben reichten von der Hysterie über die Vogelgrippe, über die immer größer werdenden
"Roten Listen" der vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten, die Mitarbeit beim Forschungsvorhaben der Universität Leipzig, die "Haltung exotischer Tiere und Wildtiere in Privathand" die sogenannte EXOPET- Studie, die inzwischen erlassene EU- Verordnung über die invasiven, gebietsfremden Arten, die erneute Diskussion der „Positivliste“ im EU- Parlament, bis zu dem angestrebten "Wiederansiedlungsprojekt Blauracke".
(3) Foto: H.Giraud (4) Foto: H.Giraud
Aus der Liquidationsmasse eines ehemaligen Mitgliedsvereines erhielt der VDW- Bundesverband 2 großflächige, teils bebuschte Wiesengrundstücke die in der weiteren Umgebung der größten Bienenfresserkolonie in Rheinland- Pfalz liegen und somit auch zu deren Nahrungsareal gerechnet werden kann. Aus den VDW- internen Geschehnissen war zu berichten, dass der LV Hessen sich im vergangenen Geschäftsjahr aufgelöst hat und zahlreiche Mitglieder und Vereine in die nächstliegenden Landesverbände integriert wurden.
Fred Frenzel (4) gab einen Einblick in die Finanzen des Verbandes, die eine gut ausgeglichene Bilanz aufwiesen. Helga Thösen und Paul Dohm bescheinigten als Kassenprüfer eine übersichtliche und lückenlose Kassenführung. Die danach beantragte Entlastung der Vorstandschaft erfolgte einstimmig.
Bei der Kanditatenauswahl für die 2 zu vergebenden Ehrungen hatten es die Juroren dieses mal besonders leicht. Beide in Betracht kommende Auszeichnungen wurden ohne große Diskussionen einstimmig vergeben. Hans-Wolf Dahncke (5) aus Hildesheim erhielt den VDW Bundesnaturschutzpreis für seinen engagierten Einsatz im Arten- und Naturschutz. Dies zeigte sich vor allem durch den Bau, das Anbringen und der ständigen Betreuung von ca. 150 Nistkästen im Stadtgebiet Hildesheim, durch die Betreuung der Großvoliere für einheimische Vogelarten im Wildgatter Hildesheim, durch das Förderungsprojekt  der Haubenlerche in Ostniedersachsen sowie durch den Einsatz und die beachtenswerte Öffentlichkeitsarbeit zum Erhalt der Natur und Kreatur
(5) Foto: H.Giraud (6) Foto: H.Giraud
Der Karl-Sabel Preis wurde an Thomas Wendt (6) verliehen. Mit viel Einfühlungsvermögen erledigt er zur vollen Zufriedenheit schon etliche Jahre die Schriftleitung unserer Mitgliederzeitschrift „Europäische Vogelwelt“. Diese wichtige Aufgabe erfüllte er nicht nur mit  umfangreichem Fachwissen sondern bereicherte die Zeitschrift auch mit eigenen Berichten, Beiträgen und Bildern. Darüber hinaus publizierte Thomas auch in anderen Zeitungen über unsere Gefiederten. Selbst ein eigenes Buch über „ Einheimische Singvögel“ halten und züchten hat er verfasst, das vom Ulmer- Verlag herausgebracht wurde. In seiner Laudatio dankte der VDW- Präsident für den vielseitigen, sprachgewandten Einsatz für unsere Ideale und Ziele und überreichte Thomas Wendt die mehr als verdiente Auszeichnung.
Bei Punkt Verschiedenes wurde auf die aktuellen Wahlprüfsteine hingewiesen die auf der Homepage des VDW abgerufen werden können. Dr. Christoph Hinkelmann beendete danach den geschäftlichen Teil der Jahreshauptversammlung und entließ die Mitglieder in eine kurze Kaffeepause.
Im folgenden Vortragsprogramm referierte Thomas Röhlig aus Zwickau über die Haltung und Zucht von Beutelmeisen. Bei dieser sensiblen Art sind zahlreiche, spezifische Faktoren zu berücksichtigen die der Referent detailliert darstellte und teils auch in Bildern aufzeigte. Die erfolgreiche Vermehrung der Beutelmeisen ist ihm mehrmals gelungen.     
Fliegende Kleinvögel waren der wesentliche Inhalt des Bildvortrages von Dr. Günter Bethge. Bilder von sitzenden, stehenden oder schwimmenden Vögel sind vielmals zu sehen. Eine besondere Klasse sind die Aufnahmen von fliegenden Vögeln, die der geübte Fotograf  von fast allen Vogelarten Europas geschossen hat. Die Darbietung seiner besten Fotos aus vielen Jahrzehnten seiner diesbezüglichen Arbeiten begeisterte die Mitglieder, die sich mit lang anhaltendem Applaus für die außergewöhnlichen Bilder bedankten.
Wegen der inzwischen schon weit fortgeschrittenen Zeit, schlug Dr. Hinkelmann vor, sein anschließend angekündigtes Referat auf eine spätere Veranstaltung zu verlegen.    Der VDW- Präsident bedankte sich dann nochmals bei den beiden Referenten und übereichte ihnen eine handbemalte Flasche mit geistigem Inhalt.    
Ein besonderer Dank richtete er noch an die Organisatoren des VDW- Landesverbandes Nord für die hervorragende örtliche Organisation der sehr harmonisch und konstruktiv verlaufenen Jahreshauptversammlung. Beim gemeinsamen Abendbuffet gab es für die Delegierten genügend Gelegenheit die Tagesthemen sowie das Gesehene nochmals zu diskutieren und sich dabei auch näher kennen zu lernen.    
Die Mehrheit der Tagungsteilnehmer besuchten am Sonntag noch das auf der Welt einzigartige, internationale Mühlenmuseum in Gifhorn.
Windmühle aus Griechenland           Foto: H.Giraud Russisch- Orthodoxe Holzkirche          Foto: H.Giraud
Diese großflächige Anlage mit 15 Mühlen in Originalgröße sowie die in das Freigelände integrierte russisch-orthodoxe Holzkirche fanden nicht nur großen Anklang, die Mitglieder deckten sich auch im Müller- und Backhaus mit frischgebackenem Brot und frischem Kuchen von holzbefeuerten Steinöfen ein.
Jedes Mitglied das bei dem 3tägigen Tagungsprogramm nicht dabei sein konnte hat sicher eine informationsreiche und vielseitige Veranstaltung versäumt.
Herbert Geitner  

Informationen zur Fragebogenaktion der Veterinärmedizinischen Fakultät – Klinik für Vögel und Reptilien der Universität Leipzig.
Der nächsten Ausgabe (Heft 2 / 2016) unserer Zeitschrift „Europäische Vogelwelt“ liegt ein umfangreicher Fragebogen bei. Auch wenn seine Bearbeitung eine Weile Zeit erfordert, bitte werfen Sie ihn nicht einfach weg oder ignorieren sie ihn. Denn er soll der Politik eine Datengrundlage liefern, auf der die Weichen für die Zukunft der privaten Vogelhaltung gestellt werden.  
Ausgangspunkt ist eine Forderung im Koalitionsvertrag unserer aktuellen Bundesregierung. Sie besagt, dass in der laufenden Legislaturperiode der Schutz von Wildtieren ganz allgemein und insbesondere auch in der privaten Haltung verbessert werden soll. Dazu ist es erforderlich, eine möglichst gute Übersicht über die in menschlicher Obhut befindlichen Tiere, ihre Artzugehörigkeit, ihre Zahlen, ihre Herkunft und ihre Haltungsbedingungen zu bekommen. Hierzu zählen natürlich auch die nicht domestizierten Vögel, also die große Mehrheit der in unseren Volieren und Anlagen gehaltenen Vogelarten.  
Mit der Erstellung dieser Übersicht beauftragte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, die wiederum geeignete Institutionen aufforderte, sich für die Übernahme der Datenerhebungen für die einzelnen Tiergruppen zu bewerben. Den Zuschlag für den Projektteil „Zier- und Wildvögel“ erhielt die Klinik für Vögel und Reptilien der Universität Leipzig.  Die Laufzeit der Studie begann am 1. Oktober 2015 und bis zum 1. April 2017 muss eine verwertbare Datenbasis abgegeben worden sein.  
Als ersten Schritt beschlossen die beauftragten akademischen Tierärzte einen umfassenden, aber anonymisierten Fragebogen. Zur konkreten Ausgestaltung erbaten sie die praxisnahen Kenntnisse aus den Vogelhalterverbänden. Der VDW ist seit dem ersten Zusammentreffen durch den Präsidenten und den Bundesgeschäftsführer vertreten. Auch der BNA ist an der Studie beteiligt. Der Umfang war vom durchführenden Institut gewünscht. In den Inhalten findet sich auch die Handschrift des VDW wieder.  
Bitte füllen Sie ein Exemplar aus so gut Sie es können und schicken es an die auf der ersten Seite oben links angegebene Adresse. Je mehr ausgefüllte Fragebogen in Leipzig eintreffen, desto besser wird die Datengrundlage sein, auf deren Basis die Politiker entscheiden werden. Wenn Sie in Zukunft Positivlisten vermeiden wollen, d.h. Listen mit einer kleinen Zahl von (hauptsächlich domestizierten) Vogelarten, deren Haltung noch erlaubt sein wird, dann müssen Sie jetzt aktiv werden. Auch wenn Sie es wünschen, dass die Haltungsbedingungen für Vögel in menschlicher Obhut verbessert werden und die private Vogelhaltung auch in Zukunft in ähnlicher Weise möglich sein soll wie bisher, müssen Sie sich jetzt melden. Sie können den Fragebogen auch am PC ausfüllen und digital abschicken, dazu öffnen Sie bitte www.exopet-studie.de und dann werden Sie Schritt für Schritt durch den Fragebogen geleitet, bleiben aber ebenso anonym wie beim Fragebogen aus Papier. Ich wünsche mir, dass möglichst jedes VDW-Mitglied die Fragen beantwortet!  

Dr. Christoph Hinkelmann

Erhebungsbogen der Universität Leipzig
als Download

Wandel in der Struktur des VDW und in der Nachzuchtstatistik
Liebe VDW-Mitglieder,
ein neues Jahr hat begonnen, eine neue „Zuchtsaison" steht vor der Tür und ich möchte Ihnen persönlich und im Namen unseres Verbandes alles Gute für 2015 wünschen!
Es tut sich viel im Land und ebenso im VDW, getreu dem alten Spruch: Das einzig Beständige ist der Wandel. In unserer Übersicht - jeweils auf der ersten Seite unseres Hefts - stehen sieben Landesverbände des VDW. 16 Länder hat die Bundesrepublik Deutschland, doch haben wir die Aufgaben im Land bislang auf 7 Schultern verteilt. In Zukunft werden es nur noch sechs Landesverbände sein - Bayern hat im Herbst 2014 seinen Austritt aus dem VDW erklärt.
Dieser Schritt hat alle überrascht. Ein genaueres Hinsehen jedoch lieferte nachvollziehbare Gründe. Zum einen hausgemachte Probleme, zum anderen brechen durch Überalterung und Nachwuchsmangel die Säulen, auf denen jede auf das Ehrenamt angewiesene Gruppierung ruht, immer deutlicher weg. Zunehmende Bürokratisierung und eine von Politik und Tierschutzorganisationen gesteuerte Bewegung gegen die Vogelhalter zeigen Wirkung. Das können wir nicht ignorieren.
Noch steht der VDW gut da, doch die Schwierigkeiten an der Basis, in den Landesverbänden und den Vereinen, die als solche Mitglied im VDW sind, werden immer deutlicher. Es wird schwerer, Mitglieder zu finden, die geeignet und dazu bereit sind, Aufgaben und Verantwortung für die Institution VDW zu übernehmen. Aus dieser Situation heraus prüfen wir, inwieweit die verbliebenen sechs Landesverbände weiterarbeiten können und wollen. Engagierte Vogelhalter, die mit dem VDW einverstanden sind, werden die Zwischenebene Landesverband in Zukunft immer weniger brauchen und sie kaum vermissen, wenn es sie nicht mehr gibt. Das Beispiel Bayern hat gezeigt, dass aktive Vogelhalter aus diesem Bundesverband zwar ihre Landesverbandszuordnung verloren haben, aber nach wie vor Mitglieder des VDW sind und bleiben können. Sie sind, vielleicht vorübergehend, den benachbarten Landesverbänden beigetreten bzw. zugeordnet worden. Wer weiß, vielleicht ging Bayern hier einfach nur einen Schritt schneller als die übrigen Regionalvertretungen des VDW? Wir im VDW-Bundesvorstand stehen bereit, die neuen Herausforderungen anzunehmen.
Die Zeiten ändern sich. Wir stehen Veränderungen positiv gegenüber. Der VDW hat sich in seinen ersten Jahren nach der Gründung vorzugsweise mit heimischen Singvogelarten beschäftigt. Diese zu erhalten war damals nicht schwer. Vögel aus anderen Verwandtschaftsgruppen kamen hinzu, auch Hühner- und Entenvögel, Greifvögel und Eulen. Aus dem Schwerpunkt heimische Singvögel wurden europäische Arten und oft ging das Interesse eines einzelnen Halters deutlich über die Grenzen Europas hinaus. In den Nachzuchtstatistiken, die wir seit vielen Jahren veröffentlichen, kann man diese Entwicklung gut ablesen. Zunächst wurde nur der Nachwuchs der europäischen Arten berücksichtigt, den die VDW-Mitglieder in ihren Volieren groß gezogen hatten. Die außereuropäischen wurden ignoriert. Nach und nach kam die Erkenntnis, dass diese ebenfalls eine stattliche Zahl stellten und VDW-Mitglieder auch bei zahlreichen außereuropäischen Vögeln Arterhaltung durch Vermehrung in menschlicher Obhut gewährleisten. Deshalb wurden auch sie in Tabellenform vorgestellt, aber getrennt von den europäischen Arten.
Für die aktuell neuesten Zahlen, von 2013, haben wir diese unnatürliche Trennung aufgehoben und eine Gesamttabelle erstellt, in der europäische und außereuropäische Arten nach ihrer natürlichen Verwandtschaft präsentiert werden. Hier wird deutlich, wie artenstark einzelne Familien vertreten sind, z.B. Entenvögel, Kiebitze und Regenpfeifer, Papageien, Drosselartige, Finkenvögel, aber auch die Verwandtschaftsgruppe der Ammern, Kardinäle und Tangaren. Eine beeindruckende Gesamtschau ist dort entstanden, die aber nicht darüber hinweg täuschen kann, dass sowohl an Arten- als auch Individuenzahl große Rückgänge zu verzeichnen sind. Auch wenn diesmal wie immer nur ein Bruchteil der erfolgreichen Mitglieder ihre Nachwuchszahlen gemeldet hat - vielleicht spiegelt sich auch hier ein allmählicher Rückgang wider.
So ist es nun einmal: das einzig Beständige ist der Wandel!

Ihr Dr.Christoph Hinkelmann