Impressum
Verband Deutscher Waldvogelpfleger und Vogelschützer e.V.
Präsident: Dr. Christoph Hinkelmann, Eisenbahnweg 5a, 21337 Lüneburg
  Tel & Fax: 04131- 408580
  Email: garrulax (at) arcor.de
Geschäftsführer: Herbert Geitner, Monestr.25, 76669 Bad-Schönborn
Tel.: 07253- 7433
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VDW- Jahreshauptversammlung 2016 in Einhausen
Die südhessische Gemeinde Einhausen war schon mehrmals der Austragungsort der VDW – Bundestagung. Die ideale Örtlichkeit und die herzliche Gastfreundschaft des Vogelschutz- und -liebhabervereins trugen dazu bei, dass im Jahre 2003 sogar das 50jährige VDW- Jubiläum hier abgehalten wurde. Auch die VDW- Jahreshauptversammlung 2016 fand am 9. u. 10. September wiederum hier im Bürgerhaus statt.
Aus organisatorischen Gründen wurde der Vogelstammtisch am Freitag Abend jedoch im Gasthaus zum Engel abgehalten. Dazu waren bereits schon ca. 35 Mitglieder angereist. Die Vorträge von Markus Domes über die Haltung und Zucht von Kardinälen und Kernknackern und von Konrad Gärtner über die Haltung und Zucht von Rot- und Weißsternigem Blaukehlchen zeigten die langjährigen, fundierten Erfahrungen der Referenten. Dass sich danach noch längere und tiefgehende Diskussionen zu den interessanten Themen ergaben war für alle Teilnehmer ein anregendes und nützliches Erlebnis.
Am Samstag  Morgen fand die Sitzung des Bundesvorstands im Tagungslokal statt. Die Zeitgleich dazu angebotene Führung im Freilichtlabor ,,Lauresham" in Lorsch wurde von zahlreichen Mitgliedern angenommen. Dieses in Europa einzigartige Museum beeindruckte alle Teilnehmer und gab Einblicke in einen karolingischen Herrenhof des frühen Mittelalters, mit entsprechenden Gebäuden, Pflanzen und Tieren.
Der geschäftliche Teil der Tagung wurde vom ersten Vorsitzenden des gastgebenden  Vogelschutz- und –liebhabervereins Einhausen, Herr Herrmann Heinbach (Bild 1), pünktlich um 14,30 Uhr, mit der Begrüßung des Bürgermeisters und aller Delegierten eröffnet. Er stellte die vielseitigen Tätigkeiten des Vereines vor und betonte dabei besonders die umfangreichen artenschützerischen Aktivitäten der Jugendgruppe.  
Bild 1 Bild 2
Im Namen des VDW- Landesverbandes Hessen begrüßte Konrad Gärtner (Bild 2) die Mitglieder und Gäste. Wehmütig gab er dabei bekannt, dass er heute letztmalig für den hessischen Landesverband spricht, da die Auflösung bereits beschlossen wurde. Alle ehemaligen Mitglieder rief er dabei auf sich dem nächstliegenden VDW-LV anzuschließen. Ein entsprechendes Schreiben wurde schon vor einigen Wochen versandt. Damit endete leider die Existenz des VDW- LV Hessen.
Konrad Gärtner bedankte sich besonders beim Vogelschutz- und –liebhaberverein Einhausen, dessen 1. Vorsitzender er viele Jahre parallel zum VDW- Landesvorsitzenden war, für die langjährige, verlässliche Unterstützung bei diesen Ämtern.  
   
Bild 3 Bild 4
Der Bürgermeister der Gemeinde Einhausen, Helmut Glanzner (Bild 3), zeigte sich in seinen Grußworten erfreut über die naturschützerischen Tätigkeiten des örtlichen Vogelschutz- und   -liebhabervereins, besonders auch der Jugendgruppe und sicherte die weitere diesbezügliche Unterstützung der Gemeinde zu.   Im Anschluss begrüßte der VDW- Präsident Dr. Christoph Hinkelmann (Bild 4) nochmals alle Gäste und Delegierten und ging kurz auf die relevanten Ereignisse des vergangenen Geschäftsjahres ein.
Bild 5 Bild 6
Der Bericht des Geschäftsführers Herbert Geitner (Bild 5) wurde dominiert von Änderungen in der Verbandsstruktur sowie den Anmerkungen über die „EXOPET- Studie“. So führte die Auflösung des LV Hessen zu einer bedauerlichen Reduzierung auch des Mitgliederbestandes im Bundesverband. Dennoch sind wieder zahlreiche Mitglieder in die benachbarten LV beigetreten.  
Zur EXOPET- Studie rief H. Geitner alle Mitglieder auf die bereits zugesandten Erhebungsbögen noch einzuschicken, sofern nicht bereits geschehen. Denn es ist dies die erste, politisch in Auftrag gegebene Erhebung, in der alle Vogelpfleger und Züchter bundesweit ihre praktischen Erfahrungen einbringen können. Aus den Resultaten können allerdings sehr unterschiedliche Konsequenzen gezogen werden, die der VDW und auch der BNA sehr aufmerksam verfolgen und mitdiskutieren wird und muss.
Der Kassenwart Fred Frenzel (Bild 6) trug einen gediegenen Kassenbestand vor, der von Helga Thösen und Paul Dohm als Kassenprüfer geprüft und bestätigt wurde. Die Sprecherin der Kassenprüfer Helga Thösen  lobte Fred Frenzel für die einwandfreie Kassenführung. Die Entlastung erfolgte danach einstimmig.
Markus Domes wurde von Dr. Hinkelmann mit dem Karl- Sabel- Preis ausgezeichnet. Zahlreiche Züchtungen mit entsprechend fachkundiger Berichterstattung in unserer Fachzeitschrift „Europäische Vogelwelt“ prädestinieren eindeutig die Prämierung des Preisträgers.
   
Bild 7 Bild 8
Den VDW- Bundesnaturschutzpreis 2016 überreichte der VDW- Präsident an den Jugendwart der Jugendgruppe des Vogelschutz- und -liebhabervereins Einhausen, Herrn Werner Glanzner (Bild 7). Durch die vielseitigen Arten- und Naturschutzarbeiten haben es sich die insgesamt 38 Jugendliche und Kinder des Vereins mehr als verdient. Schon im Foyer der Tagungshalle konnte man etliche der Arten- und Naturschutzprojekte auf verschiedenen Dokumentationen besichtigen.
Viele Delegierte waren auf den Tagesordnungspunkt 10 besonders gespannt. Hier stellte sich die neu gewählte BNA- Präsidentin Dr. Gisela von Hegel (Bild 8) vor und berichtete in ihren Grußworten über die aktuelle BNA- Arbeit. Neben vielen anderen Themen ging sie besonders nochmals auf die EXOPET- Studie ein und rief zur dringlichen Mitarbeit auf. Auch auf die von der Europäischen Kommission erstellte Liste der invasiven Arten machte die BNA- Präsidentin aufmerksam. Der BNA wird versuchen auf die Ausführungsbestimmungen, im Interesse der Tierhalter, einzuwirken. Wie Dr. Gisela von Hegel betonte ist auch in der Zukunft die vertrauensvolle und nachhaltige Zusammenarbeit mit den relevanten Tierärzteinstitutionen ein besonders wichtiger Bestandteil in der BNA- Arbeit.  
Zu den Tagesordnungspunkten Anträge und Verschiedenes erfolgten keine Wortmeldungen.   
Zum Abschluss des geschäftlichen Teiles der Jahreshauptversammlung bedankte sich Dr. Hinkelmann bei der BNA- Präsidentin für ihre Grußworte und Erläuterungen. Ein besonderer Dank erging an den Vorsitzenden des Vogelschutz- und -liebhabervereins Einhausen Herrmann Heinbach und seiner Mannschaft für die perfekte Bewirtung der Tagung und die eindrucksvolle Präsentierung der Vereinsarbeit im Foyer des Bürgerhauses.
 
An Konrad Gärtner nochmals einen herzlichen Dank für die örtliche Mitorganisation der VDW- Jahreshauptversammlung 2016. Für die jahrzehntelange Arbeit als 1. Vorsitzender des VDW- Landesverbandes Hessen und im Bundesvorstand auch ein besonders ausdrückliches Dankeschön von der gesamten VDW- Bundesvorstandschaft und aller Mitglieder.
 
Nach einer kurzen Pause entführte Dr. Hinkelmann in seinem digitalen Bildvortrag die Anwesenden zu den Waldvögeln nach Südamerika. Die exotischen, traumhaften Landschaften, die Fülle der Vogelarten, die brillanten Bilder und die fachkundigen Ausführungen des Referenten begeisterte die Zuhörer. So Mancher wurde animiert über einen Besuch der dortigen Flora und Fauna nachzudenken.            
Beeindruckend war auch der anschließende Vortrag von Heinz Diehl. Ihm gelang es wiederum in seiner Bildprojektion „Faszination Natur-Mythos Wald“ die Mitglieder zu begeistern. Der weit bekannte Naturfotograf präsentierte nicht nur die außergewöhnlichen Bilder sondern integrierte  die Anwesenden mit Musik und Bildführung in eine besondere Atmosphäre des Naturgenusses.  
Ein lang anhaltender Applaus für beide Referenten beendete die überaus gelungene VDW-Jahreshauptversammlung 2016.  
Herr Dr. Hinkelmann bedankte sich abschließend nochmals bei allen Referenten für die interessanten Vorträge sowie beim Vogelschutz- und -liebhaberverein Einhausen für die bestens gelungene, örtliche Organisation der Tagung.

Herbert Geitner

Informationen zur Fragebogenaktion der Veterinärmedizinischen Fakultät – Klinik für Vögel und Reptilien der Universität Leipzig.
Der nächsten Ausgabe (Heft 2 / 2016) unserer Zeitschrift „Europäische Vogelwelt“ liegt ein umfangreicher Fragebogen bei. Auch wenn seine Bearbeitung eine Weile Zeit erfordert, bitte werfen Sie ihn nicht einfach weg oder ignorieren sie ihn. Denn er soll der Politik eine Datengrundlage liefern, auf der die Weichen für die Zukunft der privaten Vogelhaltung gestellt werden.  
Ausgangspunkt ist eine Forderung im Koalitionsvertrag unserer aktuellen Bundesregierung. Sie besagt, dass in der laufenden Legislaturperiode der Schutz von Wildtieren ganz allgemein und insbesondere auch in der privaten Haltung verbessert werden soll. Dazu ist es erforderlich, eine möglichst gute Übersicht über die in menschlicher Obhut befindlichen Tiere, ihre Artzugehörigkeit, ihre Zahlen, ihre Herkunft und ihre Haltungsbedingungen zu bekommen. Hierzu zählen natürlich auch die nicht domestizierten Vögel, also die große Mehrheit der in unseren Volieren und Anlagen gehaltenen Vogelarten.  
Mit der Erstellung dieser Übersicht beauftragte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, die wiederum geeignete Institutionen aufforderte, sich für die Übernahme der Datenerhebungen für die einzelnen Tiergruppen zu bewerben. Den Zuschlag für den Projektteil „Zier- und Wildvögel“ erhielt die Klinik für Vögel und Reptilien der Universität Leipzig.  Die Laufzeit der Studie begann am 1. Oktober 2015 und bis zum 1. April 2017 muss eine verwertbare Datenbasis abgegeben worden sein.  
Als ersten Schritt beschlossen die beauftragten akademischen Tierärzte einen umfassenden, aber anonymisierten Fragebogen. Zur konkreten Ausgestaltung erbaten sie die praxisnahen Kenntnisse aus den Vogelhalterverbänden. Der VDW ist seit dem ersten Zusammentreffen durch den Präsidenten und den Bundesgeschäftsführer vertreten. Auch der BNA ist an der Studie beteiligt. Der Umfang war vom durchführenden Institut gewünscht. In den Inhalten findet sich auch die Handschrift des VDW wieder.  
Bitte füllen Sie ein Exemplar aus so gut Sie es können und schicken es an die auf der ersten Seite oben links angegebene Adresse. Je mehr ausgefüllte Fragebogen in Leipzig eintreffen, desto besser wird die Datengrundlage sein, auf deren Basis die Politiker entscheiden werden. Wenn Sie in Zukunft Positivlisten vermeiden wollen, d.h. Listen mit einer kleinen Zahl von (hauptsächlich domestizierten) Vogelarten, deren Haltung noch erlaubt sein wird, dann müssen Sie jetzt aktiv werden. Auch wenn Sie es wünschen, dass die Haltungsbedingungen für Vögel in menschlicher Obhut verbessert werden und die private Vogelhaltung auch in Zukunft in ähnlicher Weise möglich sein soll wie bisher, müssen Sie sich jetzt melden. Sie können den Fragebogen auch am PC ausfüllen und digital abschicken, dazu öffnen Sie bitte www.exopet-studie.de und dann werden Sie Schritt für Schritt durch den Fragebogen geleitet, bleiben aber ebenso anonym wie beim Fragebogen aus Papier. Ich wünsche mir, dass möglichst jedes VDW-Mitglied die Fragen beantwortet!  

Dr. Christoph Hinkelmann

Erhebungsbogen der Universität Leipzig
als Download

VDW- Jahreshauptversammlung 2015 in Kleve
Bereits zum 3. Mal, seit dem Jahre 2000, wurde in diesem Jahr wiederum die VDW- Jahreshauptversammlung im Versuchs- und Bildungszentrum Haus Riswick in Kleve abgehalten. Dies ist auf die idealen Vorraussetzungen mit Tagungsräumen, Speise- und Übernachtungsmöglichkeiten, eine originelle Kneipe für gesellige Stunden an diesem Standort, aber auch auf die guten Verbindungen des VDW- Vorstandes zu der Verwaltung des Bildungszentrums zurückzuführen.
Bereits am Freitag den 4.9.2015 fanden sich zahlreiche Mitglieder zum VDW- Stammtisch ein. In einem informativen Vortrag über die Bislicher Insel stimmte Ingolf Todte die Anwesenden auf die vorgesehene Exkursion am Sonntag zu diesem regional bedeutsamen Naturschutzgebiet ein. Sein weiteres Referat über Spitzbergen - Tor zum Nordpol beeindruckte ebenso durch die interessanten Ausführungen und seltenen Naturaufnahmen.
Parallel zur Vorstandssitzung am Samstag besuchte eine Gruppe der inzwischen angereisten Mitglieder den historischen Stadtkern von Xanten.
Nach dem Mittagessen begann pünktlich um 14,30 Uhr die Jahreshauptversammlung. Der 1.Vorsitzende des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, Franz Josef Kreuzberg, sowie der Präsident des VDW, Dr. Christoph Hinkelmann, begrüßten die zahlreich angereisten Mitglieder und Gäste.
Danach berichtete der Geschäftsführer Herbert Geitner über die herausragenden Ereignisse des vergangenen Geschäftsjahres.
Dem Austritt des LV Bayern aus dem Bundesverband folgte eine erfreulich hohe Wiedereintrittswelle verantwortungsbewusster, engagierter Einzelmitglieder und auch Vereine aus Bayern.
Die von den Parteien SPD, Bündnis90/Die Grünen und Die Linke angestrebte Einführung einer „Positivliste“ für die Haltung und Zucht von Tieren würde de facto das „Aus“ für die meisten der gehaltenen Arten bedeuten.
Erfreulich war die Einladung zu einer Besprechung im Deutschen Bundestag, die eine Wiederansiedelung der Blauracke in Deutschland zum Inhalt hatte.  Dabei waren auch Teilnehmer aus dem Ministerium für Umwelt- und Landwirtschaft, vom Landesamt für Umwelt und Verbraucherschutz, von der Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburger Ornithologen, der ostdeutsche Naturschutzverband Natur, Land Leben e.V., Abgeordnete des Ausschusses für Umwelt und Naturschutz sowie der NABU- Landesverband Brandenburg. Alle Beteiligten sprachen sich für eine weitere Realisierung des Projektes aus.
Der anschließende Kassenbericht von Fred Frenzel zeigte einen soliden Kassenbestand auf. Die Kassenprüferin Helga Thösen konnte eine einwandfreie Kassenführung bestätigen und beantragte die Entlastung des Kassierers, die auch einstimmig erfolgte.

Bild 1

Bild 2 
Den Bundesnaturschutzpreis erhielt Willi Wählen, Heinsberg verliehen (Bild 1) . Bei der Laudatio stellte Franz Josef Kreuzberg den vielseitigen Einsatz von Willi Wählen für den Natur u. Artenschutz, vor allem auch seine diesbezüglichen Tätigkeiten in den Schulen, heraus. Ebenso ist der hohe Bekanntheitsgrad und der vertraute Umgang mit seinem großen Freundeskreis bei den Vogelfreunden besonders erwähnenswert.
Dr. Christoph Hinkelmann würdigte danach den Empfänger des Karl-Sabel-Preis (Bild 2) , Siegfried Kirschke, Wilhelmshaven. Der allseits bekannte Vogelliebhaber hat nicht nur zahlreiche Arten gezüchtet sondern berichtete ebenso in den Fachzeitschriften darüber. Dr. Hinkelmann erwähnte bei der Reihe der Publikationen von Kirschke vor allem auch sein Buch „Zuchterfahrungen mit Insektenfressern“, das bei den Vogelpflegern und Züchtern eine weite Verbreitung gefunden hat.
Für die Neuwahlen wurde Helmut Christ als Wahlleiter vorgeschlagen und bei eigener Stimmenthaltung gewählt. Nach der einstimmigen Entlastung der bisherigen Vorstandschaft wurde diese, jeweils mit einer Stimmenthaltung, wiedergewählt.

1. Vorstand und Präsident:       
2. Vorstand und Vizepräsident:
Geschäftsführer:                       
Kassierer:                                 
Kassenprüfer:                           
Dr. Christoph Hinkelmann
Andy Lischke
Herbert Geitner
Fred Frenzel         
Helga Thösen und Paul Dohm
 
Die avisierten Grußworte des BNA wurden von Dr. Hinkelmann vorgelesen, da sowohl der BNA- Präsident Walter Grau als auch der BNA- Geschäftsführer Lorenz Haut wegen Krankheit nicht anwesend sein konnten.
Nach einigen Anregungen und Diskussionen konnte der geschäftliche Teil der Jahreshauptversammlung abgeschlossen werden.

Die folgende Filmdokumentation über das Vogelleben im brasilianischen Hochland wurde durch die bekannten Autoren Ingrid und Carlos Struwe, Köln vorgestellt. Die beeindruckenden Aufnahmen aus den Urwäldern Südamerikas zeigte die Vielfältigkeit und Eigenarten der dortigen Flora und Fauna auf und waren ein gelungener Höhepunkt der VDW- Bundestagung.
In der ideenreich eingerichteten Kneipe „Op der Daal“ konnte anschließend am Büffet das Abendessen eingenommen und der Durst gelöscht werden. Manche Teilnehmer haben die Gelegenheit zu weiteren Diskussionen und gemütlichen Gesprächen, bis in die späten Nachtstunden, gerne genutzt.
Der Sonntag war für den Besuch des Naturschutzgebietes „Bieslicher Insel“ eingeplant. Franz-Josef Kreuzberg konnte dazu eine stattliche Anzahl von Mitgliedern begrüßen. Das nahe bei der Stadt Xanten gelegene, international bedeutsame Vogelrastgebiet wurde 2013 als offizielles Projekt der UN- Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. So waren dann auch schwerpunktmäßig Vögel der Feuchtgebiete anzutreffen. Besondere Aufmerksamkeit löste die Anwesenheit von einigen Exemplaren der Rostgans aus. Die zahlreichen weiteren Vertreter der heimischen Fauna erfreuten sich offensichtlich, zusammen mit den Exkursionsteilnehmern, an dem schönen Spätsommerwetter..Die letzten paar Meter zum Bus oder eigenem Fahrzeug musste allerdings beschleunigt zurückgelegt werden, weil es gerade zu regnen anfing.   
Der VDW- Präsident bedankte sich abschließend nochmals bei Franz-Josef Kreuzberg, bei Willi Wählen und den Referenten für die bestens gelungene, örtliche Organisation der Jahreshauptversammlung sowie die interessanten Vorträge und Filme.
Es war eine vielseitige und eindrucksvolle Tagung in Kleve und Umgebung deren Besuch die teilweise weite Anreise sicher wert war.

Herbert Geitner  

Karl-Sabel-Preis 2015 geht an Siegfried Kirschke
Der VDW freut sich, den diesjährigen Karl-Sabel-Preis für fachgerechte Vogelpflege, nachhaltige Erhaltungszucht und vorbildliche Publikationen an Siegfried Kirschke in Wilhelmshaven vergeben zu können. Er erhält den Preis für seine langjährige, erfolgreiche Vogelhaltung und besonders dafür, dass er sein Wissen und seine Erfahrungen nicht für sich behalten, sondern in Wort und Schrift weitergegeben hat, zum Nutzen anderer Halter und zum Wohl der anvertrauten Pfleglinge.
Siegfried Kirschke vollendete am 21. Oktober 2015 sein 91. Lebensjahr. Seit mehr als 60 Jahren widmet er sich der Vogelhaltung und sammelte zahlreiche Erfahrungen mit heimischen und außereuropäischen Vögeln, mit Körner- ebenso wie mit Weichfressern, insbesondere mit Insektenfressern. Seine besonderen Lieblinge sind Schamadrosseln und Stieglitze. Voraussetzung für seine beeindruckenden Erfolge ist gewiss die Kombination von einer riesigen Freivoliere und kleineren, separaten Volieren. Die große Freivoliere entstand durch eine komplette Ummauerung seines Gartens, über den er ein großes Netz spannte. Sie ermöglicht eine ganz besondere Gemeinschaftshaltung unter idealen Bedingungen, mit einem Teich und einem Misthaufen, fast wie in freier Natur. Es war Siegfried Kirschke stets ein Anliegen, seine Erfahrungen an andere Halter weiterzugeben. So berichtete er regelmäßig in Vorträgen und Veröffentlichungen in diversen Fachzeitschriften über die Haltung der Pfleglinge in seiner Obhut. Bis heute trifft er sich mit anderen Haltern zum Erfahrungsaustausch. 2004 veröffentlichte er sein Buch „Zuchterfahrungen mit Insektenfressern" (Brune-Mettcker Druck- und Verlagsgesellschaft, Wilhelmshaven), gewissermaßen sein Lebenswerk. Hier widmet er sich besonders Schamadrossel, Weißscheitelrötel, Bartmeise, Garten- und Spiegelrotschwanz, Blau- und Rubinkehlchen, Gebirgs- und Bachstelze sowie der Haubenlerche. Ebenso teilt er hier seine Erfahrungen mit der Zucht von Futtertieren mit, bei denen er besonders auf Mehlwürmer, Buffalos und Heimchen setzte. Fachlich hielt Siegfried Kirschke einen guten Kontakt mit der Vogelwarte Helgoland in deren Hauptsitz Wilhelmshaven, insbesondere in der Zeit, in der sie von Prof. Jürgen Nicolai geleitet wurde, der sich sehr für Vogelhaltung und -verhalten interessierte.Nach langen Jahren der Vogelhaltung gehörte er 1988 zu den Gründungsmitgliedern des VDW Landesverband NORD. Er erhielt bereits zahlreiche Ehrungen und mit dem Karl-Sabel-Preis erreichen seine Auszeichnungen einen vorläufigen Höhepunkt.
Der VDW, seine Landesverbände und die Fachzeitschrift „Europäische Vogelwelt" gratulieren Siegfried Kirschke und hoffen, dass er uns mit seinem Wissen und Erfahrungsreichtum noch lange erhalten bleibt.

Dr.Christoph Hinkelmann

Wandel in der Struktur des VDW und in der Nachzuchtstatistik
Liebe VDW-Mitglieder,
ein neues Jahr hat begonnen, eine neue „Zuchtsaison" steht vor der Tür und ich möchte Ihnen persönlich und im Namen unseres Verbandes alles Gute für 2015 wünschen!
Es tut sich viel im Land und ebenso im VDW, getreu dem alten Spruch: Das einzig Beständige ist der Wandel. In unserer Übersicht - jeweils auf der ersten Seite unseres Hefts - stehen sieben Landesverbände des VDW. 16 Länder hat die Bundesrepublik Deutschland, doch haben wir die Aufgaben im Land bislang auf 7 Schultern verteilt. In Zukunft werden es nur noch sechs Landesverbände sein - Bayern hat im Herbst 2014 seinen Austritt aus dem VDW erklärt.
Dieser Schritt hat alle überrascht. Ein genaueres Hinsehen jedoch lieferte nachvollziehbare Gründe. Zum einen hausgemachte Probleme, zum anderen brechen durch Überalterung und Nachwuchsmangel die Säulen, auf denen jede auf das Ehrenamt angewiesene Gruppierung ruht, immer deutlicher weg. Zunehmende Bürokratisierung und eine von Politik und Tierschutzorganisationen gesteuerte Bewegung gegen die Vogelhalter zeigen Wirkung. Das können wir nicht ignorieren.
Noch steht der VDW gut da, doch die Schwierigkeiten an der Basis, in den Landesverbänden und den Vereinen, die als solche Mitglied im VDW sind, werden immer deutlicher. Es wird schwerer, Mitglieder zu finden, die geeignet und dazu bereit sind, Aufgaben und Verantwortung für die Institution VDW zu übernehmen. Aus dieser Situation heraus prüfen wir, inwieweit die verbliebenen sechs Landesverbände weiterarbeiten können und wollen. Engagierte Vogelhalter, die mit dem VDW einverstanden sind, werden die Zwischenebene Landesverband in Zukunft immer weniger brauchen und sie kaum vermissen, wenn es sie nicht mehr gibt. Das Beispiel Bayern hat gezeigt, dass aktive Vogelhalter aus diesem Bundesverband zwar ihre Landesverbandszuordnung verloren haben, aber nach wie vor Mitglieder des VDW sind und bleiben können. Sie sind, vielleicht vorübergehend, den benachbarten Landesverbänden beigetreten bzw. zugeordnet worden. Wer weiß, vielleicht ging Bayern hier einfach nur einen Schritt schneller als die übrigen Regionalvertretungen des VDW? Wir im VDW-Bundesvorstand stehen bereit, die neuen Herausforderungen anzunehmen.
Die Zeiten ändern sich. Wir stehen Veränderungen positiv gegenüber. Der VDW hat sich in seinen ersten Jahren nach der Gründung vorzugsweise mit heimischen Singvogelarten beschäftigt. Diese zu erhalten war damals nicht schwer. Vögel aus anderen Verwandtschaftsgruppen kamen hinzu, auch Hühner- und Entenvögel, Greifvögel und Eulen. Aus dem Schwerpunkt heimische Singvögel wurden europäische Arten und oft ging das Interesse eines einzelnen Halters deutlich über die Grenzen Europas hinaus. In den Nachzuchtstatistiken, die wir seit vielen Jahren veröffentlichen, kann man diese Entwicklung gut ablesen. Zunächst wurde nur der Nachwuchs der europäischen Arten berücksichtigt, den die VDW-Mitglieder in ihren Volieren groß gezogen hatten. Die außereuropäischen wurden ignoriert. Nach und nach kam die Erkenntnis, dass diese ebenfalls eine stattliche Zahl stellten und VDW-Mitglieder auch bei zahlreichen außereuropäischen Vögeln Arterhaltung durch Vermehrung in menschlicher Obhut gewährleisten. Deshalb wurden auch sie in Tabellenform vorgestellt, aber getrennt von den europäischen Arten.
Für die aktuell neuesten Zahlen, von 2013, haben wir diese unnatürliche Trennung aufgehoben und eine Gesamttabelle erstellt, in der europäische und außereuropäische Arten nach ihrer natürlichen Verwandtschaft präsentiert werden. Hier wird deutlich, wie artenstark einzelne Familien vertreten sind, z.B. Entenvögel, Kiebitze und Regenpfeifer, Papageien, Drosselartige, Finkenvögel, aber auch die Verwandtschaftsgruppe der Ammern, Kardinäle und Tangaren. Eine beeindruckende Gesamtschau ist dort entstanden, die aber nicht darüber hinweg täuschen kann, dass sowohl an Arten- als auch Individuenzahl große Rückgänge zu verzeichnen sind. Auch wenn diesmal wie immer nur ein Bruchteil der erfolgreichen Mitglieder ihre Nachwuchszahlen gemeldet hat - vielleicht spiegelt sich auch hier ein allmählicher Rückgang wider.
So ist es nun einmal: das einzig Beständige ist der Wandel!

Ihr Dr.Christoph Hinkelmann