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1962 bis 2012 - 50 Jahre Landesverband Hessen im VDW Das beherrschende Ereignis des Gesamtverbandes im Jahr 1962 war die Gründung einer Landesgruppe Hessen, am 24.03.1962, im Senckenberg-Museum in Frankfurt. Damals folgten etwa 40 Vogelfreunde, Vertreter von Vereinen und Einzelliebhaber, aus dem Raum Kassel-Fulda bis Lampertheim-Worms dem Aufruf des Organisators Otto Kremlitschka, Frankfurt, zur Gründung einer Landesgruppe. Kremlitschka begründete seinen Aufruf mit der Notwendigkeit einer strafferen Zusammenfassung der Vogelpfleger, zunächst zum Erhalt von Sondergenehmigungen zur Pflege verunglückter Vögel. Ob der Organisator bereits zu dieser Zeit auch an die Notwendigkeit zur Organisation der Vogelfreunde hinsichtlich der einige Jahre später erfolgten Novellierungen von Natur- und Vogelschutzgesetzen im Bund und in den Ländern gedacht hat, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Dennoch war die frühzeitige Organisation der hessischen Vogelfreunde in einen Landesverband von großem Vorteil für die weitere Existenz der Vogelpflege in Hessen. Die Gründungsversammlung wurde vom 1. Vorsitzenden des Verbandes Dr. Joachim Steinbacher begleitet, der die Versammelten zuvor in den Räumen „seines" Instituts begrüßt hatte und sie anschließend mit sachlichen Erläuterungen durch den Vogelsaal des Museums führte. Auf einer ersten ordentlichen Versammlung der Landesgruppe Hessen am 27.10.1962 wurden der bisherige kommissarische Leiter der Landesgruppe Otto Kremlitschka, Frankfurt, einstimmig zum Vorsitzenden, Anton Leisten zum 2. Vorsitzenden und Hans Ludwig zum Kassenwart gewählt. Wenn Kremlitschka bereits zum Zeitpunkt der ersten ordentlichen Versammlung von ornithologischen Studienreisen nach Holland und an den Neusiedler See berichten konnte, so zeugen diese von der Reisefreude der Landesgruppe, die bis in die heutige Zeit, auch mit den nachfolgenden Vorsitzenden Ludwig und Gärtner, ungebrochen erhalten blieb. In der Tat folgten nahezu alljährlich Studienreisen, z.B. in die Camargue, an den Neusiedler See, nach Texel - und nach der Öffnung der Grenzen im Osten nach Ungarn, Mecklenburg-Vorpommern, in die Slowakei, nach Tschechien und ins Wolgadelta. Seit unserer Reise in die Slowakei im Jahr 1997 unter der Leitung des Vorsitzenden Konrad Gärtner unterstützen wir, bis heute, den Schutz der Horste des Kaiseradlers im Osten des mitteleuropäischen Landes mit finanzieller Unterstützung, ohne die der Schutz und das Monitoring dieser stark bedrohten Greifvogelart nicht mehr möglich wären. In den Versammlungen der vergangenen 50 Jahre pflegte und pflegt man immer noch interessante Gespräche über die Vogelwelt, über deren Schutz, über die Haltung und Zucht von Vogelarten. Ein derartiger Austausch von Gedanken und Erfahrungen ist zeitlos und immer aktuell. Oftmals wurden und werden die Versammlungen des Landesverbandes durch Diavorträge und Filme aus der Vogelwelt bereichert. Otto Kremlitschka führte die Landesgruppe über 10 Jahre, von 1962 bis 1972, als 1. Vorsitzender. Von seinem Wesen her war er ein sympathischer und hilfsbereiter Vogelfreund der Wiener Schule von Matthias Rausch, der darüber hinaus in Sachen Vogelhaltung über ein hervorragendes Wissen verfügte. Seine Vögel hielt er in geräumigen Käfigen in der Stube. Dieser Umstand führte zu einem engen Kontakt mit seinen Pfleglingen. So pflegte er beispielsweise einen Zaunkönig, den er oftmals nicht nur in der Stube frei fliegen ließ, sondern ihm darüber hinaus Freiflug durchs offene Fenster gewährte, von dem er stets wieder zurückkehrte. Mancher Beitrag über seine Pfleglinge, u.a. auch über die Zucht des Steinschmätzers, fand man zu dieser Zeit sowohl in der Gefiederten Welt als auch im damaligen Vogelkosmos. Nach seinem altersbedingten Rücktritt im Jahr 1972 ernannte ihn die damalige Jahreshauptversammlung zum Ehrenvorsitzenden. Im darauf folgenden Jahr avancierte die Landesgruppe zum Landesverband und damit zu mehr Selbständigkeit. Am 23.10.1981 verstarb Ehrenvorsitzender Kremlitschka, nachdem er bis zu seinem Tod aktiv am Verbandsgeschehen teilgenommen hatte. Nach Otto Kremlitschka wurde Hans Ludwig zum Vorsitzenden des Landesverbandes gewählt. Ludwig vertrat eine moderne Vogelhaltung in naturnah gestalteten Volieren mit dem Ziel der Züchtung/Vermehrung in menschlicher Obhut, um von Entnahmen aus der Natur unabhängig zu werden. Ein Ziel, das inzwischen auch in den übrigen Landesverbänden erreicht ist. In die Zeit seines Vorsitzes fielen die Bundesartenschutzverordnung im Jahr 1980 und die Novellierung der Naturschutzgesetzgebung auf Landesebene mit dem Hessischen Naturschutzgesetz im Jahr 1981 nebst Ausführungsbestimmungen. Darüber hinaus kamen auf internationaler Ebene das Washingtoner Artenschutzabkommen und im Jahr 1979 die Übereinkunft der internationalen Staatengemeinschaft zum Schutz der Vogelwelt zustande, die ein weltweites Verbot des Vogelfangs und des Vogelhandels verfügte. Besonders das Hessische Naturschutzgesetz erforderte ein umfangreiches Engagement des Vorstands, um die künftige Existenz der Vogelpflege zu ermöglichen. In den Ausführungsbestimmungen wurde von den Vogelhaltern das Führen eines Zuchtbuchs und die Verwendung amtlicher Ringe, auch solcher mit Sollbruchstellen, verlangt - Maßnahmen, die während der Versammlungen des LV immer wieder zu Diskussionen Anlass gaben. In dieser Zeit scheuten viele Vogelfreunde den Papierkrieg und verabschiedeten sich von der Vogelhaltung. Während der Vorbereitung der Gesetze gab es immer wieder Stellungnahmen von Naturschutz-Eiferern, die ein generelles Verbot der Vogelhaltung forderten.
Als Schriftführer des Landesverbandes wurde Jürgen Hörr, der bis heute in hervorragender Weise den Schriftverkehr regelt und die Protokolle unseres LV verfasst, von der Versammlung gewählt. Beim Rückblick auf 50 Jahre Landesverband Hessen soll, ohne die Leistung anderer Vorstandsmitglieder zu schmälern, auf die Arbeit unseres ehemaligen Schriftführers Willi Ehret, Darmstadt, verwiesen werden. Er hatte über nahezu 20 Jahre das Amt des Schriftführers inne und war in dieser Zeit ein verlässliches und umsichtiges Mitglied des Vorstandes. Nach seinem Ausscheiden aus Altersgründen verlieh ihm der Hessische Ministerpräsident den Ehrenbrief des Landes Hessen als besondere Auszeichnung für sein Engagement in der Gemeinschaft. Der Chronist wünscht dem Landesverband in seiner weiteren Arbeit für den Schutz der Vogelwelt und die Erhaltung der Vogelpflege in menschlicher Obhut viel Beständigkeit und Erfolg.
Hans Ludwig, Ehrenvorsitzender und Mitbegründer des VDW-Hessen Bericht Jahreshauptversammlung des LV Hessen am 30.04.11 in Biebesheim Konrad Gärtner begrüßt alle anwesenden Mitglieder recht herzlich, sein besonderer Gruß gilt dem Ehrenvorsitzenden Hans Ludwig. Für die verstorbenen Mitglieder Dr. Harald Schröder und Friedel Kohl bittet der Vorsitzende die Anwesenden um eine Schweigeminute. Gärtner gibt die Tagesordnung nochmals bekannt. Unter TOP 9 soll über eine Beitragsanpassung beschlossen werden. Für den entschuldigten Schriftführer verliest Markus Domes das Protokoll. Dieses wird von der Versammlung einstimmig bestätigt. Der 1. Vorsitzende erstattet seinen Jahresbericht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind drei Personen dem Landesverband beigetreten, 6 Personen sind ausgeschieden. Die Zusammenarbeit mit den Artenschutzbehörden funktioniert, Anfragen oder Probleme wurden keine an den Vorstand herangetragen. Gärtner berichtet über die ornithologische Studienfahrt an den Neusiedler See, die sehr gut verlaufen ist. Ein Höhepunkt war der Besuch der Bienenfresserkolonie in der Nähe von Bratislava. Weiter lässt der Vorsitzende die Bundesversammlung in Einhausen revue passieren. Der Schriftleiter der Europäischen Vogelwelt, Thomas Wendt, bittet um Zuchtberichte für unser Verbandsorgan. Für den entschuldigten Ringwart Karlheinz Zehrbach berichtet Konrad Gärtner von der aktuellen Situation des Ringbezuges. Ringe für kennzeichnungspflichtige Arten werden durch die Mitglieder direkt beim WZF bestellt. An nicht kennzeichnungspflichtigen Ringen wurden vom Landesverband 345 Stck. geschlossene und 150 Stck. offene ausgegeben. Die Abwicklung funktioniert reibungslos. Bernhard Glanzner erstattet den Kassenbericht. Die Ausgabenschwerpunkte sind: Vereinsheft, Präsente, Unterstützung des Adlerschutzprogrammes, Bundestagung und die Abgabe an den Bundesverband, so dass das Guthaben zu Ende des Jahres einen ca. 500,- € niedrigeren Stand aufweist. Die Kassenprüfer Görl und Melchior konnten sich von der vorbildlichen Kassenführung überzeugen und beantragen die Entlastung des Kassierers und des Gesamtvorstandes. Diese wird einstimmig erteilt. Konrad Gärtner gibt eine kurze Vorschau auf die anstehende Studienfahrt nach Masuren / Polen. Höhepunkte werden sicher die Beobachtung von See- und Fischadler sein. Da derzeit keine Bewerbungen hierfür vorliegen, wird die Jahreshauptversammlung zu einem späteren Zeitpunkt vergeben. Der Antrag auf Beitragsanpassung von 16,- € auf 20,- € wird durch den Vorsitzenden erläutert. Speziell die Kosten für unser Vereinsheft schlagen zu Buche, so dass die laufenden Ausgaben durch die bisherigen Einnahmen nicht gedeckt werden können. Die anwesenden Mitglieder zeigen hierfür Verständnis, der Antrag wird - bei einer Enthaltung - einstimmig angenommen. Erhard Benirschke berichtet über seine Zucht der Soldatenfliege. Konrad Gärtner beschließt den offiziellen Teil der Jahreshauptversammlung. Ein anschließender Rundgang durch den Vogelpark gibt den VDW`lern einen Überblick über die Arbeit des rührigen Vereins.
Jürgen Hörr
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